Beitrag Gemeindezeitung September 2026

Geschätzte St. Florianerinnen!
Geschätzte St. Florianer!
Der vergangene Sommer hat uns deutlich vor Augen geführt, dass sich unser Klima verändert. Rekordtemperaturen, lange Trockenperioden und die damit verbundenen Belastungen waren auch bei uns spürbar.
Was früher vielleicht als außergewöhnlicher Sommer gegolten hätte, scheint zunehmend zur neuen Realität zu werden.
Die Hitze hat vielen Menschen gesundheitlich zugesetzt. Unsere Landwirtschaft hatte mit den Folgen der Trockenheit zu kämpfen, unsere Natur wurde stark belastet und auch die Frage nach der Verfügbarkeit und dem sorgsamen Umgang mit Wasser hat eine neue Bedeutung bekommen.
Ich denke, wir sollten diese Entwicklung ernst nehmen – ohne Angst zu verbreiten, aber mit offenen Augen.
Denn die entscheidende Frage ist nicht mehr, ob sich unser Klima verändert. Die Frage ist, wie wir damit umgehen.
Als Einzelne können wir den Klimawandel natürlich nicht aufhalten. Wir können nicht bestimmen, wie heiß es in Europa oder auf der ganzen Welt wird. Aber wir können unseren eigenen Beitrag leisten.
Jeder von uns kann darauf achten, Energie und Wasser bewusster zu verwenden, unnötige Autofahrten zu vermeiden, Ressourcen zu schonen oder im eigenen Umfeld für mehr Grün und Schatten zu sorgen.
Klimaschutz darf aber nicht zur alleinigen Aufgabe jedes Einzelnen gemacht werden. Auch wir als Gemeinde müssen Verantwortung übernehmen!
Als Marktgemeinde haben wir zwar nur einen kleinen Hebel im globalen Maßstab. Aber dieser Hebel ist vorhanden. Wir können bei unseren eigenen Gebäuden und Anlagen ansetzen, bei Energie und Mobilität, beim Umgang mit Wasser und bei der Gestaltung öffentlicher Räume.
Wir können darauf achten, dass unsere Gemeinde auch bei zunehmender Hitze und Trockenheit lebenswert bleibt. Und wir können bei zukünftigen Entscheidungen stärker berücksichtigen, welche Auswirkungen diese auf unser Klima und unsere Umwelt haben.
Wir stehen dabei nicht vor der Aufgabe, von heute auf morgen alles verändern zu müssen. Aber wir sollten jetzt damit beginnen, die richtigen Fragen zu stellen und Schritt für Schritt die richtigen Entscheidungen treffen.
Dabei geht es für mich nicht um Verzicht um des Verzichts willen. Es geht um Verantwortung und um eine Gemeinde, in der auch unsere Kinder und Enkelkinder gerne und gut leben können.
Der vergangene Sommer sollte deshalb mehr sein als eine Erinnerung an außergewöhnliche Temperaturen. Er sollte ein Weckruf sein, damit unsere Gemeinde auf die Zukunft vorbereitet ist.
Packen wir diese Aufgabe gemeinsam an – mit Vernunft, mit Augenmaß und vor allem mit Zuversicht. Denn Veränderung beginnt nicht irgendwo auf der Welt. Sie beginnt auch bei uns in St. Florian am Inn!
Vizebürgermeister
Thomas Strauß