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Gedanken zum Hochwasser

Am Sonntag, den 2. Juni 2013, erhielt ich um 09.00 Uhr die Weisung, umgehend meinen Dienst bei der Polizeiinspektion Schärding anzutreten.
Zusätzliche Kräfte seien wegen drohender Überflutungen tiefer gelegener Stadtteile in Schärding und der damit gebotenen Evakuierung dort geparkter Fahrzeuge erforderlich.
Zu diesem Zeitpunkt konnte ich nicht erahnen, was mich in den kommenden Stunden und Tagen erwarten würde.

Ich war gezwungen hilflos zuzusehen wie die Pegel des Inn und der Pram unaufhaltsam stiegen.
Aus einer ursprünglich angekündigten lokalen Überflutung, entwickelte sich eine der schlimmsten Hochwasserkatastrophen unserer Region.

Immer weiter musste der Radius der Straßensperren gezogen werden. Immer mehr Fahrzeuge mussten aus den gefährdeten Gebieten entfernt werden. Und immer verzweifelter versuchten Feuerwehren, Hausbesitzer, Unternehmer und freiwillige Helfer, Hab und Gut in Sicherheit zu bringen.

Hunderte Menschen mussten ihre Häuser verlassen und bei Verwandten, Freunden und Bekannten Unterschlupf suchen.

Am Morgen des 3. Juni 2013, standen große Teile von Schärding und St. Florian am Inn unter Wasser. Das ganze Ausmaß der Zerstörungen war aber erst nachdem sich Inn und Pram in ihr Bett zurückgezogen hatten sichtbar.

Feuerwehren aus dem ganzen Land, an vorderster Front auch unsere Freiwillige Feuerwehr, haben durch ihre selbstlose Arbeit, oftmals unter Einsatz ihres eigenen Lebens, noch größeres Leid und viele Schäden verhindert.

Besonders beeindruckt haben mich aber die vielen freiwilligen zivilen Helfer, die den leidgeprüften Mitmenschen in diesen schweren Stunden mit Rat und Tat zur Seite gestanden sind.

Mein Dank gilt allen, die in diesen Tagen geholfen haben! Egal, ob mit der Schaufel in der Hand, mit einer Sach- oder Geldspende, oder einfach mit einem tröstenden Wort!

Große Hochachtung habe ich vor dem Mut und der Zuversicht jener  Familien, die vom Hochwasser besonders betroffen waren!

Ich bin stolz und dankbar, in einer Region leben zu dürfen, wo der Zusammenhalt in der Gesellschaft noch einen so großen Stellenwert einnimmt.

Zur bevorstehenden Ferien- und Urlaubszeit wünsche ich allen Leserinnen und Lesern einen schönen, hoffentlich unwetterfreien Sommer!


Euer Vizebürgermeister

     Thomas Strauß

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